Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Schnecken, Raupen und Käfer sollten sich im Herbst vor dem Igel in Acht nehmen. Um sich für seinen vier- bis fünfmonatigen Winterschlaf ein dickes Fettpolster anzulegen, futtert er fast alles, was seinen Weg kreuzt.

Kugelrund sucht er sich dann ein gemütliches Plätzchen. Doch in akribisch aufgeräumten Gärten ohne geeignete Versteckmöglichkeiten kann er die kalte Jahreszeit nicht überstehen. Greifen Sie ihm ein wenig unter die Arme. Wenn Sie bei Ihrem Herbstputz im Garten folgende Kniffe beachten, haben Sie einen selig schlafenden, gestachelten Freund über einige Monate zu Gast.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt daher allen Gartenbesitzern, etwas „unordentlich“ zu sein und auch mal Herbstlaub liegen lassen, damit sich der Igel bedienen kann. Für den Winterschlaf baut er sich gerne unter Büschen in einer Mulde ein Nest und bedeckt sich mit reichlich Laub. So schützt er sich vor Frost und Austrocknung. Auch Hohlräume unter Holzstapeln sucht er sich gerne als Winteradresse aus. Am Besten ist es, wenn sein Lager nicht von Hunden aufgestöbert werden kann.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, heißen Sie Igel das ganze Jahr über in Ihrem Garten willkommen:

  • Unten offene Zäune bieten dem Igel freien Durchgang –  er durchstreift große Gebiete

  • Flache, standfeste Schalen sind optimale Trinkwasserstellen

  • Wenn Sie nur einen Teil des Rasens mähen, hat der Igel die Chance Regenwürmer im gekürzten Bereich und Insekten an längeren Gräsern zu finden

  • Hecken, Komposthaufen oder Steinhaufen können Igel als Schutz während des Tages oder auch als Winterschlafplatz nutzen

  • Einheimische Stauden und Gehölze – hier halten sich Insekten auf, die die Lebensgrundlage des Igels sind

  • Verzichten Sie auf giftige Schädlingsbekämpfungsmittel

  • Abgedeckte Licht- und Kellerschächte


Erste Hilfe? Achten Sie auf diese Zeichen, bevor Sie einen Igel im Haus aufnehmen.

Igelkinder kommen im August zur Welt. Ende September, manchmal auch erst im Oktober zieht der Nachwuchs allein los, um sich die nötigen Fettreserven anzulegen. Erstmal muss er herausfinden, was schmeckt und was nicht. Nicht jeder Igel der im November noch durch Ihren Garten stöbert, braucht unbedingt Hilfe. Wie alle Wildtiere fühlen sich Igel draußen am wohlsten. Den Neulingen, die sich bei der Futtersuche verzettelt haben, können Sie beispielsweise durch abendliches Zufüttern mit einer Schale Katzenfutter helfen.

Erst Sie einen Igel finden, der weit nach Wintereinbruch, das heißt bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee, tagsüber unterwegs sind, Anzeichen von Unterernährung aufweisen oder verletzt sind, sollten Sie eingreifen. Unterernährung bei Igeln erkennt man an einer Einbuchtung hinter dem Kopf, der sogenannten "Hungerlinie", und eingefallenen Flanken. Helfen Sie ihm mit Mahlzeiten und Wasser und einem kuscheligen Lager. Wenden Sie sich an einen Tierarzt oder an eine Wildtierauffangstation.

Igelfreundliche Produkte aus dem BUNDladen:

Igel-Ritz

Mit dem Igel-Ritz aus umweltfreundlicher Keramik schaffen Sie ein schönes Plätzchen für den Igel – das ganze Jahr hindurch. Bei uns können Sie das Igel-Ritz bestellen.

BUND-Gartenbroschüre „Igel im Garten“

Buch „Der igelfreundliche Garten“

Lesetipps:

Wenn Sie aktuelle Informationen zur Überwinterung und Fütterung der Igel suchen, lesen Sie den Online-Artikel des BUND „Kleine Stacheltiere: Igel im Herbst schützen!“.

Lesen Sie mehr über den Igel in den Tipps des BUND zur Naturbeobachtung und auf den Seiten des Fachbereiches Naturschutz des BUND:

http://www.bund.net/service/tipps_zur_naturbeobachtung/tipps_2012/juli/

http://www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/saeugetiere/igel/

Quellen:

http://www.bund.net/service/tipps_zur_naturbeobachtung/tipps_2012/juli/,

Bärbel Oftring: Naturlust – draußen mehr erleben, 1. Auflage 2012, Kosmos-Verlag, 144 Seiten.

BUND-Ökotipp „Ein Schlafplatz für kleine Stacheltiere“, Stand: Oktober 2009

Claudia Rösen: Igel sucht Unterschlupf, 1. Auflage, Eugen Ulmer Verlag, 126 Seiten.