Moore schützen – gärtnern Sie torffrei!

Woran denken Sie bei Torf?

An Blumenerde oder an Moore vielleicht. Beides ist richtig. Torf wird in Mooren abgebaut und zu einem Teil für im Einzelhandel erhältliche Blumenerde verwendet. In der Gartensaison wird frisch gepflanzt und gestaltet – da lohnt es sich, über die Vorteile des torffreien Gärtnerns Bescheid zu wissen.



Das Moor – die letzte Wildnis

Ein Moor ist ein nasses Gebiet. Wächst es, so werden die Reste abgestorbener Pflanzen langsamer abgebaut als neues Pflanzenmaterial produziert wird. Aus den abgestorbenen Pflanzenresten baut sich Torf auf und Kohlenstoff wird eingelagert.

Auf die Bedingungen im Biotop Moor haben sich viele Pflanzen- und Insektenarten spezialisiert. Seltene Pflanzen wie der Sonnentau, das Wollgras oder verschiedenste Orchideen, auch der Fieberklee und das Sumpfveilchen können nur im intakten Moor mit hohem Grundwasserstand überleben. Nahezu zwei Drittel der Blütenpflanzen, die das Moor beheimatet, sind bereits vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Sumpfohreule und Birkhuhn, Große Moosjungfer und Hochmoor-Mosaikjungfer, Hochmoorgelbling oder Torfwiesen-Scheckenfalter leben nur noch in den übrig gebliebenen letzten Rückzugsgebieten. Auch die Kreuzotter hat es schwer Lebensraum zu finden. Intakte Moore speichern CO2 und können zum Klimaschutz beitragen. Zudem wirken Moore als Temperaturpuffer, so dämpfen sie Hochwasserspitzen in ihrem Einzugsgebiet.

Für den Schutz der Moore und der dort lebenden Moose, Algen, Vögel, Libellen und Schmetterlinge muss der Wasserüberschuss im Moor gewährleistet sein. Die für den Torfabbau notwendige Entwässerung des Moores zerstört es und entzieht ihm seine grundlegende Eigenschaft.

Laden Sie hier eine PDF-Datei mit Informationen des BUND über den Moorschutz herunter: Moorschutz – Ein Beitrag zum Klima- und Naturschutz.

Gärtnern Sie ohne Torf und schützen Sie die Moore

Leisten Sie einen Beitrag zum Schutz der Moore und verwenden Sie torffreie Erde. Der Torfabbau gefährdet sie. Sie lassen sich nur schützen, wenn der Torfabbau stark reduziert wird.

Torffreie Gartenerden werden auf Basis von verschiedenen Komponenten hergestellt. Oder nutzen Sie ihren eigenen Kompost (Rinden-/Grünschnittkompost), Rindenhumus und Holzfasern (zum Beispiel aus Nadelhölzern oder Kokos). Außerdem beinhalteten im Handel erhältliche torffreie Gartenerden, je nach Hersteller, Nebenprodukte wie Tonminerale und Lavagranulate (optimale Wasser- und Nährstoffspeicherung und bedarfsgerechte Freisetzung), Xylit (für den idealen pH-Wert) oder Phytoperis (ein Naturdünger). Der BUND hat eine Einkaufsliste für Deutschland zusammengestellt. Hier lesen Sie, wo Sie die Erde erhalten, die Moore schützt.

Laden Sie hier den aktuellen BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden herunter als PDF-Datei.