Vögel schützen, nicht nur füttern

Geschlossene Schneedecken und Frost machen den heimischen Vögeln die Futtersuche schwer. Mit Meisenringen, -kugeln und Körnerfutter versuchen Vogelfreunde Abhilfe zu schaffen. Über 15 Millionen Euro geben die Deutschen jährlich dafür aus. Doch der BUND sieht die Vögelfütterung kritisch. Er empfiehlt, nur in den härtesten Wintermonaten zuzufüttern. Zwar sind viele Vogelarten in Deutschland bedroht. Doch mit dem zusätzlichen Futterangebot kann nur in Einzelfällen geholfen werden. Denn nicht Futterknappheit, sondern die Bedrohung ihrer Lebensräume gefährdet das Überleben vieler Arten.

Vögel sind auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht leicht ins Wanken bringen. So nehmen nur einige Arten das Futter an. Kommen Standvögel wie die Kohlmeise damit vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor.

Vögeln wirklich helfen können z. B. Gartenbesitzer, indem sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, rauhrindige Bäume pflanzen und Kompost- und Laubhaufen anlegen. Damit schaffen sie Lebensräume für Insekten, die auf dem Speiseplan von Amseln und Meisen stehen.

Wer Vögel dennoch füttern möchte, etwa damit Kinder sie beobachten können, sollte auf eine richtige Futterzusammenstellung achten. Buchfinken und Erlenzeisige sind Körnerfresser und mögen Sonnenblumenkerne oder Hanf- und Getreidekörner. Haferflocken, Obst – auch angefaultes –, Rosinen, Wildbeeren und Fett-Kleie-Gemische werden von Blaumeisen und Rotkehlchen verspeist. Auf keinen Fall dürfen gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttert werden: sie können die Vögel töten.

Artgerechtes Vogelfutter gibt's auch im BUNDladen.

Weitere Informationen finden Sie in der BUND-Broschüre "Vögel im Winter", die Sie für 2,20 Euro hier im BUNDladen bestellen können.

Quelle: BUND-Ökotipps